Cybermobbing

 

Wenn Du betroffen bist: Hol Dir Hilfe! Gehe zu Deinen Eltern, zum Kinderschutzbund, zum Jugendamt, zur Polizei. Glaube nicht, dass Du alleine bist. Es geht vielen so und Du bekommst Hilfe. Auch wenn Du meinst, deinen Freunden nicht mehr trauen zu können. Dann gibt es öffentliche Hilfe. Gib Dich selbst nicht auf! Wenigstens Du sollst zu Dir halten. Und dann hol Dir Hilfe!!!

Der folgende Bericht soll Dir Mut machen:

Soziale Netzwerke stehen nach wie vor hoch im Kurs. Doch nicht immer haben die Beteiligten Spaß daran. Oft werden die Internetplattformen missbraucht, um anderen zu schaden. Meist sind Jugendliche von diesen Attacken betroffen, aber auch Erwachsene haben mit Cybermobbing zu kämpfen. Wer betroffen ist, sollte sich wehren, Finanztest erklärt wie.

 

Fotos, die Personen in intimen Situationen zeigen, öffentliche Lästereien, Verleumdungen – wer Ziel einer aggressiven Attacke im Internet wird, erlebt eine Form der psychischen Gewalt. Über Netzwerke wie Facebook & Co, aber auch Blogs, E-Mail, Chats, Gästebücher werden die Betroffenen bloß gestellt und schikaniert. Die Palette reicht dann von verbalen Anfeindungen, über die Veröffentlichung von sehr persönlichen Fotos bis hin zu heimlich gedrehtem Videomaterial.

Die Gründe für Cybermobbing sind vielfältig. Überall, wo Menschen zusammen kommen, lernen oder arbeiten, kann es Streitereien geben. Manchmal spielt Neid eine Rolle, aber auch kulturelle und religiöse Gründe können der Auslöser für Meinungsverschiedenheiten sein. Oder verschmähte Liebe. So wie für eine junge Muslima eine solche Attacke zu einer Katastrophe wurde, wie Finanztest in der aktuellen Ausgabe berichtet. Ihr Exfreund hatte bei Facebook erotische Fotos von der jungen Frau veröffentlicht.

In einem anderen Fall habe eine Frau ihre Handynummer auf der Internetseite eines Begleitservice wiedergefunden. Bei ihr riefen Männer an, die ihre Dienste in Anspruch nehmen wollten. Auch in diesem Fall handelte es sich um Rache vom Exfreund.

 

Das Netz vergisst nichts
Werden Streitigkeiten im Internet ausgetragen, scheint die Hemmschwelle um einiges zu sinken. „Die Täter meinen unbekannt zu bleiben und schlagen umso härter zu. Sie müssen den Opfern nicht in die Augen schauen“, so die Experten von Finanztest. Das ist umso schlimmer, als das die Streitigkeiten einem großen Publikum zugänglich gemacht werden. Jeder Beteiligte kann im Grunde kommentieren oder Bilder und Videos unkontrolliert weiter verbreiten. Laut Finanztest sind etwa zwölf Prozent derjenigen, die soziale Netzwerke nutzen schon einmal gemobbt oder sexuell belästigt worden, wobei Frauen häufiger betroffen sind.

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Florian Glatzner vom Projekt „Surfer haben Rechte“, weiß nur zu gut, dass sich Beleidigungen und Lügen über das Netz allzu leicht verbreiten, aber oft nur mit großem Aufwand wieder vollständig löschen lassen. Gegenüber Finanztest sagt er: „Wenn der Betreiber eines Internetangebots von den Attacken erfährt, muss er die Einträge, Bilder oder Videos entfernen.“

Klage auf Schmerzensgeld
Oft sind sich die Initiatoren von Cybermobbing nicht im Klaren, dass sie eine Straftat begehen. „Eine Beleidigung, eine üble Nachrede oder Verleumdung – das alles sind Taten, die je nach Schwere mit einer Geldstrafe oder sogar mit mehreren Jahren Gefängnis geahndet werden können“, so die Experten.

Wenn die Täter bestraft werden, können die Opfer oft auch Schmerzensgeld verlangen. Finanztest berichtet von einem Fall, den das Landgericht Bonn verhandelt hat (Az. 9 O 433/12) und bei dem zwei 13-Jährige an eine Familie 2500 Euro zahlen mussten. Die Teenager hatten die afrikanische Familie in einem Video rassistisch und sexistisch beschimpft.

Beweise sammeln
Wenn Sie selbst betroffen sind, sollten Sie Beweise sammeln und dann den Betreiber der Plattform auffordern, verletzende Inhalte zu löschen. Selbst wenn die Täter unbekannt sind, lohnt es sich, sich zu wehren. Rechtsanwalt Markus Timm, ist in Potsdam auf die Beratung von Cybermobbing spezialisiert. Er rät in Finanztest: „Betroffene sollten Strafanzeige erstatten. Die Staatsanwalt kann vom Betreiber der Plattform Auskunft verlangen und selbst anonymen Tätern so das Handwerk legen.“

Den vollständigen Bericht von Finanztest zum Thema „Cybermobbing“ finden Sie hier (kostenpflichtig).