Eine Rede für die Jugend

Liebe Leser,

ich durfte vor kurzem eine Rede zu unserem, demnächst entstehenden, Jugendrat halten. die möchte ich gerne an euch weiterreichen:

Ratssitzung am 21.7.2015 – Rede zum Jugendrat.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender
Sehr geehrter Herr Bürgermeister
Sehr geehrte Damen und Herren im Rat und von der Bürgerschaft

Bei unserer letzten Sitzung wurde deutlich, dass wir uns alle über diese Arbeit freuen.

Sowohl über diese theoretische Planung auf dem Blatt Papier, wie auch auf die praktische hinterher.
Dieses Konzept wurde gut und gedankenvoll ausgeführt, wir glauben, dass die Verwaltung hier gute Arbeit geleistet hat. Was die Jugendlichen noch ändern möchten, können sie selbst in die Hand nehmen. Zumindest nach einiger Zeit wird ihnen das möglich sein.
Bevor es soweit ist, ist klar, dass noch viel Arbeit, nun praktischer Natur zu leisten sein wird.
Und der Herr Jugendpfleger hat sich zu dieser Aufgabe bereit erklärt, was ich beachtenswert finde und hervorheben möchte. Es ist ein neues Aufgabenfeld innerhalb seiner Arbeit entstanden und ich wünsche ihm und uns allen damit sehr viel Erfolg!
Die Jugend von heute, ich meine jetzt die Ab-Vierzehnjährigen, die für dieses Jugendparlament in Frage kommen, gefällt mir!
Es wird häufig genug gesagt, sie sei uninteressiert und zu unpolitisch, doch vielleicht ist sie nur unparteilich (von den rechten und linken Extremen mal abgesehen). Denn sie äußert sich politisch, sie ist in Unterschriftenlisten zu finden, sie nimmt an Demonstrationen teil, sie achtet auf ihr Kaufverhalten, sie ändert ihre Ernährungsweise, um ihr Kaufverhalten ändern zu können, um auf diese Weise eine bestimmte – auch politisch wirksame – Richtung zu stärken. Das fängt bei den Vierzehnjährigen natürlich erst an, doch sie eifern den etwas Größeren bereits nach und diese sind sehr konsequent.
Unser Verhalten, unsere Vorgehensweise mit Ressourcen und Natur, auch in Sachen Klima, machen ihnen Angst und sie reagieren darauf. Und das intelligent!
Ihnen nun mit einem Jugendrat das Ruder nahe zu bringen, sie mit einzubeziehen, ist der richtige Schritt.
Schauen wir einmal kurz in die Zukunft: Wir Babyboomer sind wohl recht vital, und ich wünsche uns allen noch langes Wohlergehen, aber nicht jeder wird so alt wie Helmut Schmidt und in spätestens 25 – 30 Jahren bin ich Oma, wenn nicht Uroma. Könnte bei Ihnen ähnlich aussehen….
Diese Generation mit den unfassbar vielen Menschen dankt ab. Die jetzt frisch Geborenen, aber auch die jetzt schon Zwanzigjährigen werden es noch erleben: Leere Straßen, Platz, auch Arbeitsplätze. Sie merken es jetzt schon. Richtig, sie werden noch ein paar Schulden abzubezahlen haben, aber auch das wird wohl gelingen, wenn wir ihnen weiteres unmäßiges Wachstum auf Pump ersparen.
Mit unseren Renten werden sie besser klarkommen, als wir jetzt noch ahnen. Es kommen ja Menschen in unser Land. Und die sind hoch motiviert, hier ihr Leben auf gute Weise aufzubauen. Gerade hat eine Buchholzer Schule Abschlussfeier gehabt. Fünf der über hundert Schulabgänger haben einen besonders guten Abschluss geschafft, drei davon sind Flüchtlingskinder, eines hat Migrationshintergrund, sprich, seine Eltern waren noch Flüchtlinge. Eines dieser Kinder hat sogar den besten Notendurchschnitt überhaupt erzielt, ein Kind, das erst vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen ist. Super!
Da gibt es doch Menschen, die sagen: „Flüchtlinge nicht in unser Sozialsystem!“, das ist natürlich komplett weltfremd! Denn solche engagierten Wesen können wir gut gebrauchen.
Ich sehe die Zukunft also ganz positiv für die jetzigen Kinder. Wichtig ist natürlich, dass sie unterstützt werden in ihrer Entwicklung, auch in ihrer emotionalen Entwicklung, sozial und in der Schule. Und, ja, auch in ihrer politischen Urteilsfähigkeit. Wenn wir sie ganz praktisch mit auf den Weg nehmen, ist das genau richtig.
Also, auf gutes Gelingen! Ich freue mich, wenn wir alle gemeinsam diese Arbeit unterstützen.

Cornelia Cornels-Selke

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