Eine Wiesenpatenschaft und Seedbombtauschbox

Eine Wiese ist ein Biotop. Wir wollen dem Rechnung tragen und die Zusammenhänge zwischen Pflanzen, Insekten und Kleintieren bei der Anlage und Pflege berücksichtigen.

Wir freuen uns jetzt schon darauf zu sehen, wie sie gedeiht,

und wir wünschen uns viele Nachahmer.

Finnja Hoffmann Dennis Lorenzen

Cornelia Cornels-Selke

Sommer 2018

 

“Eine Wiesenpatenschaft”

 

So heißt eine Buchholzer Initiative von drei Hamburger Studenten in Verbindung mit der Delfinbotschaft, die für heimische Insekten Lebensraum zurück gewinnen will.

“Wir haben uns bewusst gegen eine einmalige Aktion und für eine dauerhafte Wiesenpatenschaft entschieden, weil sie nachhaltiger ist. So können wir für diese Wiese dauerhaft planen, anlegen und sie langfristig begleiten.”

Lage: Die Wiese befindet sich direkt an der Ecke vom Steinbecker Mühlenweg und dem Spazierweg, der in den Buchholzer Stadtwald hinaufgeht, schräg gegenüber vom Tannenbogen.

Die Fläche war vormals eine Pferdeweide, gesäumt mit Bäumen und Büschen, dann wurde sie zur Lagerung von Baumaterial benötigt.

Nun sind ca. 400 Quadratmeter innerhalb dieser Fläche für eine Wiesenpatenschaft von uns in Pflege genommen worden.

Die Idee: Wir trafen uns im Studium, wir sprachen über Themen, die uns bewegen, und wir alle empfanden Unterschriftenaktionen für Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Mitglieder der Insektenfauna als wichtig, aber kaum ausreichend. Wir wollten mehr tun, praktisch tun, sofort tun und nachhaltig tun! So sind wir auf die Idee einer Wiesenpatenschaft gekommen.

Die Beschaffenheit der Wiese am Anfang: Der Boden der ungefähr dreieckigen Fläche gleicht Heidesand, er ist grau/schwarz und hat in ca. zwanzig Zentimetern Tiefe eine sehr harte, dunkle (Ton-?) Schicht. Bewuchs gibt es kaum, aber dennoch finden wir hier Spitzwegerich vor, der auch jetzt schon Bienen anlockt (wie man unscharf auf dem rechten unteren Bild erkennt).

Grundsätzliches zu Boden:

Boden ist Lebensraum. Bodenpartikel liegen je nach Bodenart unterschiedlich dicht gepackt. Die Hohlräume dazwischen machen oft ca. die Hälfte des Volumens aus. Sie sind mit Luft oder Wasser gefüllt und werden von vielen Lebewesen bewohnt (z.B. Einzellern, Würmern, Ameisen, Spinnen, – aber auch Maulwürfe leben in der Tiefe der Erde). Ihre Arbeit ist unersetzlich im Kreislauf des Lebens.

Man kann intakte Böden nicht neu schaffen. Boden stellt eine endliche Ressource dar.

Wussten Sie, dass Boden

  • auch zur Aufnahme und Versickerung von Niederschlagswasser und für die Entlastung der Abwasserkanäle wichtig ist?
  • eine Bremswirkung auf die Abflussgeschwindigkeit bei Starkregenereig- nissen hat?
  • wenn er unversiegelt, aber bewachsen ist, für eine Anhebung des Grund- wasserspiegels sorgt?
  • das Kleinklima verbessert? Weil er unter anderem Rückstrahlungsflächen reduziert und weil Boden die Fähigkeit hat, bei feuchter Witterung Feuchtigkeit aufzunehmen, sie zu halten und bei trockener Witterung durch Verdunstung wieder abzugeben?
  • Dass außerdem der Boden damit einen Beitrag zum globalen Klimaschutz leistet?

Steine:

Oft kommen Steine, wenn sie nicht, z.B. durch Erosion, freigelegt wurden, in den tieferen Bodenschichten vor. Doch auch über der Erde, als Steinhaufen, können sie guten Lebensraum spenden. Sie bieten einigen Tieren und Pflanzen die besten Bedingungen. Flechten und Moose besiedeln die Steine und anspruchslose Pflanzen die Spalten. Eidechsen, Schlangen, Insekten wärmen sich in der Sonne auf den Steinen. Kleintiere, wie zum Beispiel Erdkröten und Zwergspitzmäuse, verstecken sich darunter.

 

 

 

 

Reisighaufen

Es wäre schön, wenn es in jedem Garten eine unaufgeräumte Ecke gäbe. Ein Haufen aus Zweigen, Ästen, Rinde und Blättern ist wertvoller Lebensraum. Kaum aufgeschichtet, wird er sofort besiedelt. Insekten, Spinnen, Schnecken, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere suchen im Gewirr aus Zweigen, sichtgeschützt durch die Blätter von oben, Schutz, Schatten, Versteck, Nistplatz und Überwinterungsstätte. Auch von dem Verrottungsprozess leben Tiere und später wird der Haufen zu natürlichem Dünger.

Viele der Tiere, die in einem Reisighaufen leben, vertilgen große Mengen an pflanzenschädigenden Insekten und deren Raupen, das dient auch dem Gartenbesitzer. Auch die Ringelnatter ist ein Nützling, sie fängt beispielsweise Mäuse. Sie ist völlig ungiftig, lebt in Gewässernähe und auch sie zieht sich gerne in so einem Haufen zurück. Genauso verbirgt sich hier der Igel. Für ihn wollen wir außerdem noch ein kleines Extrahäuschen bereitstellen.

 

Achtung!

– Für Osterfeuer o.ä. Holz immer frisch aufschichten, sonst verbrennt man viele Tiere mit dem Anzünden!

– Besonders in der Setz- und Schonzeit sind immer Nester, zum Beispiel von den Gesangeskünstlern Zaunkönig und Rotkehlchen, im Reisighaufen. Deshalb vom 15. März bis 30. September Reisighaufen bitte unbedingt in Ruhe lassen!

 

Die Pflanzenwelt

Die Wiese bietet einige schöne Voraussetzungen. Wie erwähnt, gibt es bereits reichlich Spitzwegerich und auch einige Brennnesseln. Diese haben wir stehen gelassen, denn es war zu sehen, dass sie Bienen anlockten. Auch befindet sich ein kleiner Apfelbaum am linken Rand, während hinten und rechts Brombeersträucher das Gelände säumen. Damit ernähren sich kleine Säugetiere und Vögel. Und auch menschliche “Naschkatzen” finden hier etwas. Vielleicht sehen sie sich dann gleich unsere kleinen Holzschilder und einiges mehr auf der Wiese an und werden dazu angeregt, Zuhause Ähnliches anzulegen.

Durch den heißen und vor allem trockenen Sommer 2018 haben wir uns für Saaten entschieden, die mit Trockenheit und auf schwierigen Standorten zurechtkommen. Sie werden erst durch die zu erwartenden herbstliche Niederschläge richtig ins Wachsen kommen.

Folgende Wild- und Kulturkräuter (natürlich für die norddeutsche Landschaft geeignet) haben wir ausgewählt:

 

Wildblumen 40%
Achillea millefolium Gewöhnliche Schafgarbe 1,00
Centaurea cyanus Kornblume 7,00
Centaurea jacea Wiesen-Flockenblume 2,00
Cichorium intybus Gewöhnliche Wegwarte 1,50
Daucus carota Wilde Möhre 2,50
Echium vulgare Gewöhnlicher Natternkopf 2,00
Hypericum perforatum Echtes Johanniskraut 1,50
Isatis tinctoria Färber-Waid 0,50
Knautia arvensis Acker-Witwenblume 0,20
Leucanthemum ircutianum/vulgare Wiesen-Margerite 2,50
Malva moschata Moschus-Malve 0,70

 

Malva sylvestris Wilde Malve 2,50
Melilotus albus Weißer Steinklee 0,50
Melilotus officinalis Gelber Steinklee 0,50
Papaver rhoeas Klatschmohn 2,00
Plantago lanceolata Spitzwegerich 2,80
Potentilla argentea Silber-Fingerkraut 0,30
Raphanus raphanistrum Hederich 2,20
Reseda luteola Färber-Resede 1,00
Silene dioica Rote Lichtnelke 1,00
Silene latifolia ssp. alba Weiße Lichtnelke 1,00
Silene vulgaris Gemeines Leimkraut 2,50
Sinapis arvensis Ackersenf 1,00
Solidago virgaurea Gewöhnliche Goldrute 0,20

 

Tanacetum vulgare Rainfarn 0,10
Verbascum densiflorum Großblütige Königskerze 0,50
Verbascum nigrum Schwarze Königskerze 0,50
40,00

 

Dazu 60% Kulturpflanzen
Allium fistulosum Winterzwiebel 2,00
Calendula officinalis Garten-Ringelblume 4,00
Camelina sativa Saat-Leindotter 3,00
Coriandrum sativum Koriander 5,00
Foeniculum vulgare Fenchel 4,00
Lepidium sativum Kresse 3,00
Lotus corniculatus Hornschotenklee 2,00
Medicago sativa Luzerne 2,00
Pisum sativum Futtererbse 12,00
Petroselinum crisp. Petersilie 3,00
Rucola selvatica Salat-Rauke 2,00
Trifolium incarn. Inkarnatklee 5,00
Vicia faba Winterackerbohne 13,00
60,00
Gesamt Gesamt 100,00

 

Extra für die Wildbienen haben wir zusätzlich beigemischt: Anethum graveolens – Dill • Anthemis tinctoria – Färberkamille • Aquilegia vulgaris – Akelei • Barbarea vulgaris – Barbarakraut • Betonica officinalis – Heilziest • Calendula officinalis – Garten-Ringelblume • Campanula patula – Wiesenglockenblume •  Crepis biennis – Wiesenpippau • Dianthus deltoides – Heidenelke • Echium plantagineum – Wegerichblättriger Natternkopf •  Hieracium pilosella – Kleines Habichtskraut • Knautia arvensis – Wiesenwitwenblume • Leonurus cardiaca – Herzgespann •  Linum grandiflorum – Großblütiger Lein • Lotus pedunculatus – Sumpf-Hornklee • Onobrychis arenaria – Sand-Esparsette • Origanum vulgare – Wilder Majoran / Dost • Pimpinella saxifraga – Bibernelle • Primula veris – Wiesen-Schlüsselblume • Prunella grandiflora – Große Braunelle • Salvia pratensis – Wiesensalbei • Thymus vulgaris – Gartenthymian • Trifolium medium – Mittlerer Klee • Verbena officinalis – Eisenkraut •

Auch diese Wildkräuter haben wir noch hinzu gemischt.

Alliaria petiolata – Knoblauchsrauke • Anthemis tinctoria –Buphthalmum salicifolium – Ochsenauge •  Ecchinacea purpurea – Sonnenhut • Echinops sphaerocephalus – Kugeldistel Echium plantagineum – Wasserdost • Galium verum – Echtes Labkraut • Hieracium pilosella – Kleines Habichtskraut • Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut •  Leontodon autumnalis – Herbst- Löwenzahn •  Papaver rhoeas – Klatschmohn • Pastinaca sativa – Pastinake • Pimpinella saxifraga – Bibernelle • Plantago lanceolata – Spitzwegerich •Tragopogon pratensis – Wiesenbocksbart • Verbascum nigrum – Schwarze Königskerze •

Insgesamt haben wir jetzt bunte Vielfalt, die für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, aber auch für Schwärmer attraktiv ist.

Bald schon genießen wir duftende Nektar- und Nährpflanzen für Schmetterlinge wie z. B. Königskerze oder Dost. Auch der Nachwuchs der bunten Schwärmer findet in dieser Wildblumenwiese ein Zuhause – das schont die Nutzpflanzen in Nachbars Garten und wir können uns dennoch am bunten Schwärmen erfreuen.

Etliche Pflanzen sind außerdem Bodenentgifter. Sie befreien die Erde von Schwermetallen und Schadstoffen. Beispielsweise die Arabidopsis halleri, die Hallersche Schaumkresse, aber auch Senfsaaten und Weidelgras, genauso wie Pappeln. Das gewonnene Schwermetall kann dann wieder verwertet werden (Phytomining). Dies ist so eine außergewöhnliche und nutzbringende Entdeckung, dass es bereits Patente darauf gibt. Wir bedanken uns bei den Pflanzen, die uns wieder einmal Hilfe geben.

Teilweise halten unsere gesäten Pflanzen auch Saaten, die direkt von den Vögeln verspeist werden, bereit.

Und natürlich kommt als Sofortmaßnahme ein kleines Futterhaus in einen Baum (Verschiedene Saaten und Mehlwürmer)

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Heister sollte mit dazu. Also haben wir auch gepflanzt. Drei kleine regionale Buchen werden, wenn sie denn etwas zusammen gewachsen sind, einen weiteren schönen Schutzplatz für Vögel bilden. Sie sollen mannshoch bleiben und eine kleine, grüne, kugelige Insel auf der Wiese bilden.

 

 

Biotop Wiese – Unsere bisherigen Maßnahmen:

Grundzustand des Geländes erkennen und erhalten.

Überaus dominante Wildstauden entfernen, Spitzwegerich (Bienenweide) und Brennessel (für die Raupen des Tagpfauenauges) haben wir stehen gelassen.

Boden vorbereiten.

Säen (als Saatbeimischung haben wir Tonkügelchen gewählt, um auch bei leichter Feuchtigkeit diese etwas länger am Samen zum Keimen bereit zu stellen).

Feststampfen (es muss Bodenschluss erzeugt werden, deshalb haben wir uns hier gegen Seedbombs entschieden).

Bienenhäuser an geeigneten Plätzen anbringen.

Igelhotel aufbauen und an einem geeigneten Platz aufstellen.

Steinhaufen (Steine sammeln und abrollsicher aufstapeln).

Schildchen herstellen und jeweils einstecken/-graben.

Ein großes Schild am Spazierweg aufstellen (Es soll etwas mehr Erklärung für Interessierte bereithalten, als die kleinen Holzschilder dies können und es soll zum Nachmachen anregen).

Reisighaufen bestehend aus großen und mittleren Ästen und Birkenreisig, Rinde und Blättern schichten.

Heister pflanzen (der Boden war bis in die Tiefe quasi nur Staub, der unser mitgebrachtes Wasser sehr, sehr schwer aufnahm, das gibt uns einen Eindruck über den Gesamtzustand des Untergrundes zur Zeit).

Futterhaus aufhängen und füllen.

Wildpflanzensaat sammeln.

Saatkugeln herstellen.

Seedbox anbringen, kennzeichnen und füllen.

Diese Tauschbox im Internet bekanntgeben, damit sie leichter gefunden wird. Text dafür schreiben.

Als Textquellen haben wir Rieger-Hofmann, “Netzwerk blühende Landschaften”, Neudorff, “vegan und froh” und frühere Texte von Cornelia Cornels-Selke benutzt. Die Fotos sind von uns selbst.

Aktuelles Handeln

Bäumchen regelmäßig wässern (1,5 Liter pro Buchensetzling und Tag).

Futterhaus nachfüllen.

Sehr flache Wasserschale aufstellen, mit Zweigen für trinkende Insekten sicher machen und auch regelmäßig befüllen.

Anwuchs beobachten, evt. nachsäen.

Beobachten ob sich Trampelpfade von Besuchern entwickeln, hier könnte später Rindenmulch den Pfad verdeutlichen.

Grundsätzlich darf man nicht zuviel bei einer natürlichen Wiese eingreifen, da diese mit sich selbst im Gleichgewicht sein soll.

Da wir keine Möglichkeit haben, genügend Wasser für die zur Zeit sehr trockene Situation auf der Wiese bereit zu stellen, müssen die Pflanzen es alleine schaffen, anzuwachsen und zu gedeihen. Am vorhanden Spitzwegerich sehen wir, wie wundersam es den Pflanzen gelingt, auf diesem staubtrockenem Boden zu überleben und außerdem zu blühen.

Ende August hat es einmal tüchtig über Nacht geregnet, das haben wir genutzt, um anschließend nachzusäen.

Planung

Als Insektenfresser benötigen Fledermäuse nachtaktive Insekten zu ihrem Überleben.

Geißblatt, Leimkraut, Maiglöckchen, Mondwinde, Nachtkerze sind einige Pflanzen die nachtaktive Insekten anlocken und damit auch die Fledermäuse. In einem Streifen der Wiese soll auch dies beachtet werden.

Genauso wird ein Fledermauskasten angebracht, damit die Fledermäuse einen Unterschlupf am Tage finden.

Bei regelmäßigem, auch gemeinsamen Begehen soll das natürliche Gedeihen beobachtet und gesichert werden.

Seedbombs / Saatkugeln

Hiermit haben wir ein Extrathema eingebaut: Wir wollen, wie bereits erklärt, das Nachahmen fördern. Eine einzige Wiese von ca. 400 Quadratmetern umzugestalten, ist schön und bringt uns sehr viel Freude. Doch wäre es natürlich gut, wenn dies mehr und mehr Menschen tun würden.

Mit Seedbombs oder Saatkugeln wollen wir das Nachahmen erleichtern.

Der Erdknödel oder tsuchi django wurde bereits im antiken Japan benutzt. 1930 wurde Honululu in Teilen mit Seedbombs wieder aufgeforstet. Und aktuell stellt Thailand per Seedbomb-Abwurf aus Flugzeugen entwaldete Gebiete auf diese einfache Weise wieder her. Die Erfolgsrate liegt bei 70%.

So wird bei unserer Wiese, direkt neben dem Eingangsschild, eine Saatkugel-Tauschbos bereit stehen. Auf diese Weise können wir diese Saatkugeln verschenken, aber andere interessierte Menschen können auch dazu spenden. Zum weiteren Lesen ist eine Internetadresse angegeben, die den richtigen Umgang mit ihnen erklärt:

Samenbomben (Seedbomb) einfach selber machen

Wir haben unsere Tauschbox und ihren Standort außerdem im Internet bekanntgegeben: www.freiessaatgut.de.

Warum das Ganze?

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation nicht nur für Honig- und Wildbienenarten, sondern für alle Nektar und Pollen sammelnden Insekten, in unserer Landschaft enorm verschlechtert.

Beispielsweise sind im Jahr 2003, welches dem Jahr 2018 im Hinblick auf die Temperaturen sehr ähnlich war, auch wenn es damals etwas mehr Niederschläge gab, deutschlandweit ca. 30 Prozent der Bienenvölker gestorben. In absoluten Zahlen betrachtet, starben mehr als 300.000 Bienenvölker. Die Verknappung der Nahrungsgrundlage der Bienen, also der Rückgang von Nektar und Pollen spendenden Pflanzen, war eine der entscheidenden Ursachen für diese Verluste. Wildbienen finden außerdem immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten. Darüber hinaus sind all diese Insekten einer zunehmenden Belastung durch Gifte in Boden, Wasser, Luft und auf den Pflanzen ausgesetzt.

 

Die Honigbienen haben, zusammen mit allen anderen Blüten bestäubenden Insekten, eine entscheidende Funktion im Ökosystem. Sie sichern und steigern nicht nur die Erträge von Kulturpflanzen (Obst, Gemüse, etc.), sondern erhalten auch die von Insekten bestäubte Wildvegetation.

Diese ist die Lebensgrundlage vieler anderer Tiere und sorgt für weitere Ökosystemdienstleistungen, wie Grundwasserneubildung oder Erosionsschutz.

Die Insekten selbst dienen wiederum Insektenfressern (z.B. Vögeln) als Nahrung. Der Rückgang vieler Vogelarten kann mit der Dezimierung der Insekten in Zusammenhang gebracht werden.

 

Wir befinden uns mit unserem bisherigen Tun in einer Sackgasse, aber durch die schleichende Veränderung gewöhnt sich der Mensch an die Situation, die auch seine Gesundheit bedroht.

Wir möchten also aufmerksam machen: Eine Sackgasse ist der ideale Punkt zur Umkehr!

Aber wir wollen, statt nur zu reden und zu mahnen, auch gleich etwas tun und natürlich dem natürlichen Leben Unterstützung geben, statt auf die Taten anderer zu warten.

Und damit wollen wir anstecken.

Der Standpunkt der Wiese ist ideal, um andere Menschen zu erreichen und zum Nachahmen anzuregen.

Mit unseren Maßnahmen tun wir etwas für die Wildkräuter und – blüten, die Insekten- und Vogelwelt und für anderes Kleingetier. Wir tun also etwas für die Biodiversität, zur Bodenverbesserung und für das Klima. Wir regen zum Nachdenken und Nachmachen an. Nebenbei verschönern wir Buchholz.

Und außerdem haben wir sehr viel Freude bei diesem Tun, miteinander und sind beglückt durch das Wachsen und Gedeihen.

 

Danke: Wir bedanken uns sehr herzlich für die freundliche Unterstützung bei der Rieger-Hofmann GmbH, Blaufelden-Raboldshausen, für die großzügige Gabe von wertvollem Saatgut und die weitreichende, fachliche Beratung, beim mediaHOUSE, hier in Buchholz, für die Unterstützung durch das große gedruckte Schild, bei der Stadt Buchholz, insbesondere bei Herrn Köster, für die schöne Fläche, die wir bearbeiten dürfen, und die guten Tipps und beim JUZ, für die tolle Hilfe bei den Holzschildchen!

Wir freuen uns sehr darüber. Danke!

z

Finnja Hoffmann (Theologie auf Pfarramt), Dennis Lorenzen (Musikwissenschaft)

Cornelia Cornels-Selke (Theologie auf Diplom und Delfinbotschaft gUg)

 

Alles Neu!

Licht

Licht

Buchholz, den 29. Juli 2010

Liebe Freunde!

Jetzt möchte ich Euch von den Veränderungen für meine Praxis und meine Arbeit berichten und es wird auch gleich Ernst, denn zum Schulbeginn soll es mit den ersten Schritten beginnen.

Wenn Ihr Euch in irgendeiner Form aufgerufen fühlt mitzumachen, bitte, dann tut es! Ich  wäre sehr, sehr glücklich, denn der Wunsch so zu arbeiten, besteht schon so lange in mir! Und die Notwendigkeit in der Welt wird immer größer!

Vielleicht lest Ihr einmal alles durch und gebt mir hinterher Euer Feedback?

Wie Ihr wisst, arbeite ich seit 23 Jahren als Heilpraktikerin in eigener Praxis. Seit jeher kommen zu mir auch Menschen, die sich einen Besuch beim Heilpraktiker eigentlich nicht leisten können und ich versuche diesem Umstand soweit wie möglich gerecht zu werden und jedem irgendwie entgegen zu kommen. Dennoch sind natürlich Miete und andere Kosten fällig und so konnte ich bisher nie so selbstlos arbeiten, wie ich es gerne getan hätte. In Buchholz ist es nötiger, als man denkt!

Das soll sich jetzt ändern! Während des nächsten halben Jahres wird meine bisherige Praxis umgewandelt in eine gemeinnützige Praxis.

Die Satzung ist so gut wie geklärt, das Finanzamt hat dem zugestimmt (allerdings müssen noch ein paar Auflagen erfüllt werden, die ich gleich noch nenne) und der rechtliche Weg scheint geebnet.

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Heute Weltaktionstag für’s Klima

Was ist 350 ppm? Und was sind das für Plakate?

AUCH BUCHHOLZ UND UMGEBUNG NIMMT AM KLIMA-AKTIONSTAG TEIL, UM DIE  WICHTIGSTE ZAHL DER WELT ZU VERBREITEN

 

Einer von über 4800 gleichzeitig stattfindenden Events in über 179 Ländern

Buchholz: 24. Oktober Menschen aus Buchholz und Umgebung haben sich zusammengetan und aufrufende Plakate gehängt, eine der über 4800 gleichzeitig stattfindenden Aktionen in 179 Ländern, die von 350.org anlässlich des umfassendsten Klima-Aktionstags organisiert werden, der Handeln beim Klimawandel fordert.  

Der NASA-Wissenschaftler James Hansen und andere Wissenschaftler haben jüngst in mehreren Publikationen gezeigt, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre von den derzeitigen 387 ppm (=0,0387 Volumenprozent) auf wenigstens 350 ppm (=0,035 Volumenprozent) oder darunter gesenkt werden muss, wenn wir „einen Planeten behalten wollen, der dem ähnelt, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelte“.

 

Das ist die offizielle Erklärung und es ist eine weltweite Bewegung daraus geworden. Diese Zahl kannte vor einem Jahr noch niemand, jetzt aber ist ganz klar, dass 350 sehr wahrscheinlich die wichtigste Zahl für die Zukunft der Erde ist, sozusagen der Polarstern für unseren anstrengenden Weg zum klimabewussten Wandel auf der Erde. Nur wenn es uns gelingt, sehr rasch die Erdatmosphäre in Richtung der 350 zu bewegen, können wir noch die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abwenden.   Read more