Die Jugend schreibt Geschichte – Fridays for Future weltweit!

Kurze Erklärung: Ich habe möglichst, aus Datenschutzgründen, die Gesichter aus dem jeweiligen Bild geschnitten (obwohl gerade sie mich bewegen). Doch manche waren bewusst im Bild und wollten dies auch so.

Wann gab es schon einmal einen Kinderaufstand? In der Geschichte? Es ist mir nichts in der Form bekannt. Auch während meiner eigenen Zeit erinnere ich quasi nichts Derartiges, – einmal in Nürnberg vielleicht, als den damaligen Sozialpädagogen gekündigt werden sollte, 2010 war das, glaube ich. Ansonsten sind es nur hübsche Romanvorlagen…

Jetzt aber sehen wir sie tatsächlich, die demonstrierenden Kinder und Jugendlichen. Sie streiken außerdem, denn zur Schule gehen sie während dieser Zeit nicht. Diejenigen Erwachsenen, die schon an dieser Stelle ihre Kritik üben (Zitat: “Geht das denn nicht außerhalb der Schulzeit?”), möchte ich fragen: Die Rettung des Klimas soll bitteschön als Hobby betrieben werden, nur damit keiner gestört wird? Alles soll weiter gehen, wie gehabt, und die Jugend darf jetzt mal ein bisschen rumquengeln, that’s it? Habt Ihr das Instrument „Streik“ verstanden? Und ich lasse Greta Thunberg sprechen und die vielen anderen Kinder, die ihrem Beispiel folgen: “Wir machen unsere Hausaufgaben, wenn Ihr Eure macht”. Denn es sind die Erwachsenen, die unser aller Hauptaufgabe, nämlich die Bewahrung der Erde, den Schutz alles Lebendigen, das Wohl des Einzelnen und das Allgemeinwohl, vernachlässigen.

Lange, lange Jahre haben Kinder und Jugendliche ertragen, was die Erwachenen aus dieser Welt gemacht haben. Sie mussten allerorten erkennen, dass sie erst am Ende der Liste aller Wichtigkeiten stehen. “Später, später!” Und nun müssen sie erleben, dass wir ihnen nichts übrig gelassen haben. Ich verstehe, wenn sie wütend sind. Ich bin begeistert, dass sie aufbegehren. Und ich gleichzeitig voller Kummer und frage mich, wo hätte ich mehr, anders handeln können. In den Achtzigerjahren haben wir mit Umweltschutz begonnen. Dennoch ist der Raubbau im Prinzip ungebremst weiter fortgeschritten. Oder wäre es sonst womöglich noch schlimmer? Ein Beispiel: Wir haben fleißig Müll getrennt, belächelt von anderen Ländern, haben wir das bis heute durchgezogen und nun sehen wir, dass der Handel mit Müll eine gigantische Geldmaschine geworden ist. Statt der versprochenen Wiederverwertung wurde China mit gelben Säcken zugemüllt (leider kein Scherz) und nun, seit China sich weigert, unseren Müll weiter anzunehmen, Indonesien. Dort wird nun die Luft verpestet durch illegale Verbrennungen. Und die Plastikindustrie produziert immer noch weiter. Wo ist da ein Ende zu sehen?

Irgendeiner scheint immer da gewesen zu sein, der aus guten Bestrebungen das Gegenteil entwickelt hat, um schnell noch einmal richtig abzusahnen. Und alle diese Vereitler der guten Tat wissen ja was sie tun. Wenn ich nur an den Dieselskandal denke, ja, das war bewusster Betrug. Oder wenn ich an die krebskranken Arbeiter der Pesitzidindustrie denke, ja, es ist allen bekannt, dass Biozide auch den Menschen schädigen, es wird billigend in Kauf genommen.

Oder ein anderes Beispiel: Während die einen bewusst auf’s Autofahren verzichten, müssen andere sich immer größere Geschosse (SUV und Co) zulegen – und tun so, als seien sie auch noch im Recht, wenn sie mehr und breitere Straßen fordern. Noch mehr Raubbau… Es ist bitter. Und die Jugendlichen haben das gute Recht es anzuprangern.

Lasst uns aufhören, die Schulden unsern Kindern zu überlassen. Lasst uns neu beginnen. Jetzt. Wir alle wissen doch was zu tun ist, denn es ist logisch: Arbeite ich mit Pestiziden, sterben die Insekten. Also hören wir jetzt sofort auf, Pestizide herzustellen, zu erlauben und zu benutzen. Dann erholt sich die Natur. Nur dann können sie und auch wir weiter leben.

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Die Kinder, die ich fragte, haben aus Eigeninitiative gehandelt, teils wurden sie gebremst, teils unterstützt, aber sie waren die Impulsgeber! Meine Hochachtung!

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Ich selbst komme aus Buchholz in der Nordheide, nahe Hamburg. Dieses letzte Wochenende aber, an dem weltweit von jungen Menschen demonstriert wurde, war ich in Bayern und deshalb sind dies hier Bilder aus Landshut, wo der Regen die Schüler und Studenten nicht abhielt zu kommen, auch wenn die Arcaden in der Nähe des Rathauses beim Warten auf den Beginn gerne angenommen wurden.

Und noch etwas: Diverse Erwachsene in alter Besserwissermanier fragen ihre Kinder, was sie denn wohl tun wollten, nur demonstrieren bringe ja schließlich nichts. Ehrlich, das ist ein ganz dickes Armutszeugnis! Diejenigen, denen nichts einfällt, bzw. die das Tun seit Jahrzehnten versäumen oder gar behindern, wollen nun Lösungen von den Kleinsten. Und die haben auch welche! In bester kindlicher und jugendlicher Radikalität. Ich glaube, wir jetzt-Erwachsenen, die wir damals auch gute Ideen hatten, haben uns letztlich doch viel zu sehr angepasst, immer artig, immer fleißig. So kommt man aber, wie es ausschaut, gar nicht voran.

Hier in Buchholz schlagen die Jugendlichen z.B. vor: Biologen in die Stadtplanung einbeziehen! Stoppt den Ausbau der Infrastruktur für Autos, baut stattdessen Alternativen aus, ÖPVN, bessere Situation für die Radfahrer. Die Stadtwerke müssen sich von der Kohle verabschieden. Biotope, wo immer es geht. Stoppt die Rodungen. Andere Wellenspektren für Straßenlaternen, weil bei den bisherigen Lampen die Insekten sterben. Einwegverpackungen besteuern, aus dem Geld Umwelt- und Klimaschutz machen.

Die Liste geht noch weiter! Fritz Volkers und Jannes Mittelbach haben die Demonstrationen in Buchholz für Friday for Future organisiert und diese Liste jedem Ratspolitiker zugänglich gemacht. Wer von den Adressaten wird etwas daraus machen?

Eins ist jedenfalls klar: Diejenigen, die da demonstrieren, das sind die Intelligenten. Und sie haben Herz. In beidem sind sie den ganzen anderen Mitbürgern, die nicht auf so gute Ideen kommen, oder sie nicht umsetzen, obwohl sie etwas darüber wüssten, oder dies sogar behindern, weil sie lieber für sich selbst als für die Zukunft sorgen, – diesen allen sind sie weit überlegen!

Ich wünsche Ihnen bei jedem Schritt Erfolg!

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Und diese letzten drei Bilder sind aus Bremen, wo unsere Kinder mitgegangen sind.

Ich darf mich mal wiederholen: Dies ist eine ganz wunderbare Jugend! Sie sollen auch eine wundervolle, lebenswerte Zukunft erleben!

Cornelia Cornels-Selke

Fridays for Future

Richtig gut haben uns gefallen die vielen Jugendlichen, die zeitgleich an vielen Orten in Deutschland und dann noch einmal in Berlin für Ihre Zukunft demonstriert haben!

Das ist exakt das, was wir denken: Die Zukunft für die jetzige und spätere Jugend muss lebenswert sein. Alles, was das wertvolle Leben auf der Erde und drumherum zerstört, gehört verboten. Ehrlich, – man kann Geld auch für die Erde einsetzen, statt es immerzu heraus zu ziehen.

Initiert hatte Greta Thunberg durch ihr freitägliches Sitzen vor dem Rathaus – statt zur Schule zu gehen -, dies hat eine Welle in Schwung gebracht, die uns alle ergreifen sollte.

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Hut ab für die tapferen und mit Recht wütenden jungen Menschen, Ihnen gehört unsere Unterstützung, innen wie außen, in der Stille und öffentlich!

Deshalb haben wir mit demonstriert.

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Sehr kreativ waren all die selbst hergestellten Plakate! Es gab noch viele, viele mehr. Wir waren begeistert und wünschen uns, dass sich alle anstecken lassen!

Auch diejenigen, die bisher an dem Raubbau der Erde verdient haben. Es ist Zeit damit aufzuhören und statt dessen zurück zu geben.

Cornelia Cornels-Selke